Das Gerücht klingt beruhigend - Genau das ist das Problem.

Connor McDavid und Leon Draisaitl wollen Edmonton angeblich nicht verlassen. So wird es zumindest aus dem Umfeld der Oilers eingeordnet. Für viele Fans klingt das erst einmal wie eine Entwarnung. Die beiden Superstars sind noch da, also ist das Fenster noch offen.

Ganz so einfach ist es aber nicht, denn selbst wenn McDavid und Draisaitl wirklich bleiben wollen, beantwortet das nicht die wichtigste Frage: Ist Edmonton noch gut genug, um mit ihnen den Stanley Cup zu gewinnen?

Die Prime der Spieler ist nicht das Problem

McDavid ist immer noch McDavid. Draisaitl ist immer noch einer der besten Offensivspieler der Welt. An den beiden liegt es nicht. Die große Gefahr ist eine andere: Vielleicht ist nicht ihre Prime vorbei, sondern die Prime dieses Oilers-Projekts.

Edmonton hatte seine Jahre, Edmonton hatte seine Läufe. Edmonton hatte seine Finals, aber irgendwann reicht es nicht mehr, immer wieder zu sagen, dass man nah dran war. Wenn man zwei Spieler dieser Klasse im Kader hat, zählt irgendwann nur noch, ob man daraus einen Cup macht.

Vegas ist da, Anaheim kommt, San Jose lauert

Die Pacific Division wartet nicht auf Edmonton. Vegas ist längst ein Team, das weiß wie man gewinnt, wie man aggressiv baut und wie man im entscheidenden Moment brutal handelt. Die Golden Knights sind kein nettes Vergleichsmodell, sondern der Maßstab an dem Edmonton scheitert.

Dazu kommt Anaheim. Die Ducks sind nicht mehr nur ein junges Projekt für irgendwann. Sie haben Tempo, Talent und inzwischen auch den Glauben, dass sie Edmonton wirklich wehtun können. Wenn eine junge Mannschaft den Oilers schon jetzt gefährlich wird, dann ist das kein Zufall. Das ist ein Warnsignal!

Und San Jose? Noch nicht ganz da, aber die Sharks sammeln Talent, bauen geduldig und könnten in den nächsten Jahren genau das werden, was Edmonton nicht gebrauchen kann - ein junges, hungriges Team, das von unten Druck macht.

Edmonton hat keine Ewigkeit mehr

Das ist der Punkt: Die Oilers dürfen sich nicht einreden, dass Loyalität automatisch ein Titel-Fenster offenhält. McDavid und Draisaitl können angeblich bleiben wollen - Schön - Aber sie bleiben nicht, damit Edmonton jedes Frühjahr eine neue Erklärung findet.

Sie brauchen mehr als Hoffnung. Sie brauchen Tiefe, Secondary Scoring, Defensive und Torhüterleistung. Sie brauchen eine Organisation, die nicht nur um ihre Superstars herumredet, sondern endlich konsequent genug um sie herum baut.

Das bittere Fazit

Vielleicht wollen McDavid und Draisaitl wirklich bleiben. Vielleicht ist Edmonton emotional weiterhin ihr Ort, aber sportlich ist das keine Garantie für irgendetwas.

Bleiben ist nicht gewinnen.

Wenn die Oilers nicht sehr schnell wieder wie ein echtes Cup-Team aussehen, könnte man in ein paar Jahren zurückblicken und sagen: Edmonton hatte gleichzeitig zwei Jahrhundertspieler — und hat die beste Zeit trotzdem nicht genutzt.

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