Brandon Hawkins - Zeit für Europa
Brandon Hawkins ist ein Phänomen. Der 32-jährige US-Amerikaner dominiert die ECHL seit Jahren nach Belieben. Aktuell führt er die Scorerliste der ECHL-Playoffs mit sechs Punkten (drei Tore, drei Assists) in nur drei Spielen an. In der regulären Saison 2025/26 verbuchte er für die Toledo Walleye herausragende 79 Punkte in 69 Spielen. Doch trotz dieser Dominanz stellt sich eine drängende Frage - Was kommt als Nächstes? Wenn Hawkins mit Eishockey noch einmal richtig Geld verdienen möchte, scheint ein Wechsel nach Europa unausweichlich!
Die ECHL-Dominanz und die All-Star-Gala
Ein Blick auf Hawkins' Statistiken der letzten Jahre liest sich wie ein Videospiel auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad. In den Saisons 2022/23 bis 2024/25 lieferte er 98, 109 und unglaubliche 112 Punkte ab. Er ist der All-Time-Scoring-Leader der Toledo Walleye, mehrfacher MVP und Dauergast im All-ECHL First Team. Sein Schuss ist Weltklasse, sein Eishockey-IQ in der offensiven Zone überragend.
Wie außergewöhnlich seine technischen Fähigkeiten sind, stellte er beim ECHL All-Star Game 2026 in Allen (Texas) eindrucksvoll unter Beweis. Mit einem Hattrick und zwei Vorlagen war er der überragende Akteur des Abends. Dabei begeisterte er nicht nur mit der reinen Punkteausbeute, sondern mit purer Magie. Eine Vorlage durch die eigenen Beine, ein atemberaubendes Solo im Powerplay, bei dem er Verteidiger und Torwart umkurvte und schließlich ein frecher Versuch eines "Michigan"-Goals im Lacrosse-Stil der tatsächlich im Netz landete. Hawkins ist nicht nur ein Scorer, er ist ein Entertainer.
Die AHL-Grenze
Warum also spielt ein solcher Spieler nicht dauerhaft in der AHL? Die Antwort liegt in der Geschwindigkeit. Hawkins ist mit 1,78 Metern und 91 Kilogramm kompakt gebaut, aber ihm fehlt die Top-Tier-Geschwindigkeit die in der AHL zwingend erforderlich ist. Seine kurzen AHL-Stationen bei den Chicago Wolves und Grand Rapids Griffins blieben punktlos. In der ECHL kann er dieses Defizit durch sein überragendes Stellungsspiel und seine Technik kompensieren – in der schnelleren und physischeren AHL reicht das nicht aus.
Europa ruft: Welche Ligen kommen in Frage?
Mit 32 Jahren befindet sich Hawkins noch in seiner Prime. Die ECHL ist jedoch keine Liga in der man reich wird. Die Schweizer National League, die schwedische SHL oder die russische KHL dürften für Hawkins jedoch eine Nummer zu groß sein. Diese Ligen rekrutieren ihre Importspieler in der Regel aus der NHL, der AHL oder den Top-Ligen anderer europäischer Länder. Ein direkter Sprung aus der ECHL in diese Elite-Ligen ist für einen 32-Jährigen ohne nennenswerte AHL-Erfolge nahezu ausgeschlossen. Hinzu kommt ein weiteres entscheidendes Handicap - seine Körpergröße. Mit 1,78 Metern ist Hawkins für die physisch extrem anspruchsvollen europäischen Top-Ligen schlichtweg zu klein. Dort werden auf den Import-Positionen in der Regel robustere Stürmer mit mehr Reichweite und Körperlänge bevorzugt, die sich in den harten Zweikämpfen an der Bande und vor dem Tor besser behaupten können.
Deutschland als ideale Destination
Die realistischste und lukrativste Option für Hawkins liegt in Deutschland. Ein Wechsel zu einem Top-Team der DEL2 wäre der logischste und sicherste Einstieg in den europäischen Markt. Die DEL2 erlaubt vier ausländische Spieler pro Spiel und diese Importspieler werden verpflichtet, um sofortige offensive Durchschlagskraft zu liefern. Das Gehaltsniveau für Top-Importe liegt im hohen fünfstelligen Bereich pro Saison, oft ergänzt durch Wohnung und Auto. Für einen Spieler wie Hawkins, der das Powerplay dominieren und verlässlich punkten kann wäre die DEL2 ein perfektes Umfeld. Die etwas geringere Spielgeschwindigkeit im Vergleich zur DEL würde ihm entgegenkommen.
Doch auch die DEL ist nicht völlig ausgeschlossen. Historische Beispiele wie Kyle Mayhew (von den Fort Wayne Komets zu den Augsburger Panthern) zeigen, dass der Sprung aus der ECHL in die höchste deutsche Spielklasse gelingen kann. Ein Team das dringend einen Powerplay-Spezialisten und verlässlichen Schützen sucht, könnte das Risiko eingehen. Hawkins müsste jedoch beweisen, dass er sich an die größere Eisfläche und das europäische System anpassen kann.
Fazit: Der nächste Schritt
Brandon Hawkins hat in Nordamerika alles erreicht, was in der ECHL möglich ist. Ein Wechsel nach Deutschland – primär in die DEL2 zu einem ambitionierten Club, potenziell aber auch zu einem DEL-Team – wäre der logische nächste Schritt. Dort könnte er seine offensiven Qualitäten ausspielen, gutes Geld verdienen und beweisen, dass sein Weltklasse-Schuss auch auf europäischem Eis funktioniert. Mit 32 Jahren tickt die Uhr und der Sommer 2026 könnte der perfekte Zeitpunkt für den Wechsel sein.



