Eishockey-WM 2026
Die Schweiz lädt ein – und dieses Turnier beginnt sofort mit großen Namen
Am Freitag beginnt in der Schweiz die Eishockey-Weltmeisterschaft 2026. Zürich und Fribourg werden vom 15. bis 31. Mai zur Bühne für ein Turnier, das mehr ist als die nächste Ausgabe einer klassischen Frühjahrs-WM. Es ist eine Weltmeisterschaft mit Gastgeberdruck, mit prominenten NHL-Namen, mit jungen Spielern an der Schwelle zum nächsten Karriereschritt und mit Nationalteams die sich wenige Monate nach Olympia neu sortieren müssen.
Gerade deshalb ist diese WM interessant. Sie ist kein reines Star-Schaufenster und auch keine bloße Verlängerung des olympischen Turniers. Viele Kader sind nicht so stark und geschlossen besetzt wie bei Olympia und manche Aufgebote können sich noch verändern, wenn Spieler nach dem Ausscheiden ihrer NHL-Teams aus den Stanley-Cup-Playoffs verfügbar werden. Einige Mannschaften bringen große Namen mit, andere müssen improvisieren. Manche Teams kommen mit Rückenwind, andere mit Fragezeichen. Genau darin liegt der Reiz! Im Mai gewinnt nicht automatisch die Nation mit dem größten Namen auf dem Papier, sondern die Mannschaft die aus Verfügbarkeit, Rollenverteilung und Turnierhärte am schnellsten eine funktionierende Einheit baut.
Für die Schweiz ist diese Heim-WM eine große Chance und zugleich ein Turnier mit maximaler Fallhöhe. Kanada reist mit Sidney Crosby und Macklin Celebrini an, also mit einer fast symbolischen Achse aus Legende und Zukunft. Die USA kommen als amtierender Weltmeister, aber mit einem neu zusammengesetzten, auffallend jungen WM-Kader. Deutschland bringt kein luxuriöses Aufgebot nach Zürich, aber ein Team das in dieser Gruppe nicht klein auftreten muss. Lettland war 2023 noch die emotionale Geschichte des Turniers, muss diesmal mit erheblichen personellen Lücken leben – auch ohne den früheren Kapitän Kaspars Daugaviņš, der seine internationale Karriere beendet hat.
Der Rahmen: Zwei Gruppen, kurze Wege, sofort Druck
Das Turnier folgt dem bekannten WM-Rhythmus. In der Vorrunde spielen zwei Achtergruppen jeweils einmal gegeneinander. Die besten vier Teams jeder Gruppe erreichen das Viertelfinale. Gruppe A spielt in Zürich, Gruppe B in Fribourg. Die Viertelfinals werden auf beide Städte verteilt, Halbfinals und Medaillenspiele finden anschließend in Zürich statt.
Für Deutschland ist die Gruppe anspruchsvoll, aber nicht aussichtslos! In Gruppe A warten die USA, die Schweiz, Finnland, Lettland, Österreich, Ungarn und Großbritannien. Das ist keine Gruppe, in der man sich bequem in das Turnier hineintasten kann. Schon der Auftakt gegen Finnland ist ein echter Hinweis darauf, ob die Mannschaft sofort ihre Turnierhärte findet. Gegen die Schweiz und die USA geht es danach nicht um klassische Außenseiterrollen, sondern um Spiele auf Augenhöhe gegen starke, aber ebenfalls nicht olympisch vollbesetzte WM-Kader. Sie sind ein ordentlicher Maßstab dafür, wie weit dieses deutsche Team wirklich ist.
Die Punkte die Deutschland für das Weiterkommen eher einkalkulieren muss, liegen trotzdem an anderer Stelle - gegen Lettland, Österreich, Ungarn und Großbritannien. Wenn der DEB dort seine Pflicht erfüllt und in den Maßstab-Spielen gegen Finnland, die Schweiz und die USA konkurrenzfähig bleibt, sollte das Viertelfinale drin sein. Genau das macht diese Gruppe so spannend. Deutschland muss nicht jeden großen Gegner schlagen, aber es darf gegen diese Gegner auch nicht nur reagieren.
Gruppe B hat wiederum eine andere Schärfe. Kanada, Schweden, Tschechien, die Slowakei und Dänemark sorgen für eine Dichte, in der schon die Vorrunde früh zu Reibung führen kann. Kanada startet direkt gegen Schweden – ein Spiel, das eher nach Halbfinale klingt als nach Turnierauftakt.
Kanada: Crosby ist wieder da, Celebrini ist schon Gegenwart
Kanadas Kader erzählt eine Geschichte, die man kaum besser erfinden könnte. Auf der einen Seite steht Sidney Crosby, der auch nach der letzten Weltmeisterschaft 2025 in Dänemark bei der WM 2026 für Team Canada spielen wird. Für Crosby ist es die vierte WM-Teilnahme und insgesamt der elfte internationale Auftritt für Kanada. Er kommt aus einer NHL-Saison mit 29 Toren, 45 Assists und 74 Punkten in 68 Spielen.
Auf der anderen Seite steht Macklin Celebrini. Der 19-Jährige ist längst nicht mehr nur ein Versprechen, sondern bereits eine zentrale Figur für das kanadische Eishockey. Olympics.com beschreibt ihn als vorgesehenen Kapitän des Teams und als jüngsten kanadischen Seniorenkapitän überhaupt. Nach der gestrigen Zusage von Sidney Crosby wird einer das C und der andere ein A auf der Brust tragen. Genau darin liegt die Spannung dieses Kaders - Kanada ist nicht einfach nur „alt plus jung“. Kanada versucht ein Team zu bauen, in dem Crosby nicht als nostalgischer Stargast erscheint und Celebrini nicht als Marketinggeschichte, sondern beide sportlich gebraucht werden.
„Penguins Captain Sidney Crosby will represent Team Canada at the 2026 IIHF World Championship“, meldeten die Pittsburgh Penguins am 12. Mai 2026 unter Berufung auf Hockey Canada.
Neben Crosby und Celebrini stehen Namen wie Mathew Barzal, Dylan Cozens, Ryan O’Reilly, John Tavares, Mark Scheifele, Robert Thomas, Evan Bouchard, Darnell Nurse und Morgan Rielly für eine Kadertiefe, die im Mai nicht selbstverständlich ist. Gavin McKenna gehört dagegen nicht zu diesem WM-Kader. NHL.com berichtet, dass der voraussichtliche Top-Pick des NHL Draft 2026 auf die WM verzichtet, um sich auf das NHL Draft Combine und den anschließenden Trainingssommer vorzubereiten.
Für Kanada ist das sportlich kein Drama, weil die Mannschaft auch ohne McKenna tief genug bleibt. Für die Erzählung des Turniers ist es aber wichtig - Die kanadische Zukunft ist mit Celebrini prominent vertreten, McKenna ist noch nicht Teil davon.
Trotzdem muss Kanada beweisen, dass aus Namen Rollen werden. Genau das ist bei Weltmeisterschaften oft der Unterschied zwischen einem Favoriten auf dem Papier und einem Team, das in einem engen Viertelfinale wirklich stabil bleibt. 2025 war diese Warnung brutal konkret! Kanada kam mit perfekter Vorrunde ins Viertelfinale und verlor dann 1:2 gegen Gastgeber Dänemark. Diese Erinnerung macht den Crosby-Celebrini-Kader nicht kleiner, aber sie verhindert das man Kanada im Mai allein anhand der Namen schon ins Finale schreibt.
USA: Weltmeister, jung – aber nicht naiv
Die USA kommen nicht als hübsches Nachwuchsprojekt in die Schweiz, sondern als Mannschaft mit Status. USA Hockey schreibt selbst, dass das Team als amtierender Weltmeister anreist, nachdem die USA 2025 erstmals seit 92 Jahren WM-Gold gewonnen haben. Dazu kommt der größere Kontext - Das amerikanische Eishockey tritt nach Olympia-Gold 2026 mit noch mehr Selbstverständnis auf!
Wichtig ist dabei die Trennung. Der konkrete WM-Kader ist nicht einfach die Olympia-Auswahl. Er ist jünger, neu zusammengestellt und trotzdem keineswegs naiv. Laut USA Hockey hat der vorläufige US-Kader ein Durchschnittsalter von 26 Jahren. Der jüngste Spieler ist Ryker Lee mit 19, der älteste Justin Faulk mit 34. Der Kader enthält 13 Erst- oder Zweitrundenpicks, darunter Matthew Tkachuk, James Hagens, Ryan Leonard, Matt Coronato, Oliver Moore, Ryker Lee und Isaac Howard.
Das US-Team ist also jung, aber nicht grün. James Hagens, Isaac Howard, Ryan Leonard und Oliver Moore stehen für ein US-Entwicklungsmodell, das inzwischen regelmäßig fertige Turnierspieler produziert. Matthew Tkachuk gibt dem Ganzen eine Kante, Justin Faulk Erfahrung, Joseph Woll Stabilitätsfantasie im Tor. Das ist kein klassischer B-Kader, über den man müde lächeln sollte, aber eben auch kein Olympia-Kader mit maximaler NHL-Wucht. Für Deutschland ist dieses Spiel deshalb ein echter Maßstab auf Augenhöhe: schwer, schnell, unangenehm, aber nicht außerhalb jeder Reichweite.
Die Schweiz: Heim-WM zwischen Euphorie und Erwartungsdruck
Die Gastgeberrolle ist im Eishockey immer doppeldeutig. Sie bringt Energie, kurze Wege, volle Hallen und öffentliche Aufmerksamkeit. Sie bringt aber auch die Erwartung, dass aus einer guten Generation endlich ein großer Heimlauf wird.
Die Schweizer Namen sind stark genug, um diese Erwartung zu rechtfertigen: Roman Josi, J.J. Moser, Nico Hischier, Timo Meier, Kevin Fiala, Nino Niederreiter, Pius Suter, Denis Malgin, Sven Andrighetto, Calvin Thürkauf, dazu im Tor Leonardo Genoni und Reto Berra. Auf dem Papier ist das nicht nur ein Gastgeberkader, sondern ein Medaillenkader.
Josi gibt der Verteidigung Weltklasseformat, Hischier und Meier bringen NHL-Wucht, Fiala Kreativität, Niederreiter internationale Erfahrung. Gleichzeitig ist eine Heim-WM kein Wunschkonzert. Die Schweiz muss in Gruppe A sofort gegen die USA beginnen, genau dieses Spiel kann den Ton setzen. Ein guter Start würde Euphorie erzeugen. Ein Fehlstart würde die Stimmung nicht zerstören, aber den Druck rasch erhöhen.
Die Schweiz hat in den vergangenen Jahren häufig bewiesen, dass sie mit den großen Nationen mithalten kann. Der nächste Schritt ist nicht mehr, respektabel mitzuspielen. Der nächste Schritt ist, ein Turnier mit Favoritenmomenten auch dann zu kontrollieren, wenn ein Viertelfinale eng, hektisch und emotional wird.
Deutschland: Das Weiterkommen sollte drin sein
Beim DEB ist die Ausgangslage klarer, aber nicht unbedingt komfortabler. Der Deutsche Eishockey-Bund hat den finalen Kader für die WM benannt. Laut NHL.com umfasst das Aufgebot 25 Spieler, darunter mit Philipp Grubauer, Moritz Seider und Joshua Samanski drei NHL-Profis. Die Sportschau schreibt ebenfalls, dass der deutsche Kader komplett sei und dass Bundestrainer Harold Kreis nach der Generalprobe noch einmal über die letzten Plätze gesprochen habe.
Damit ist auch die Frage nach offenen Stellen im Kader vorerst beantwortet. Formal kann ein WM-Turnier immer Dynamik entwickeln, aber die öffentliche Lage wirkt nicht wie eine bewusst offen gehaltene Nordamerika-Warteliste. Deutschland reist nicht mit der Erwartung an, dass kurz nach Turnierstart noch ein großer Block an Verstärkungen nachkommt. Vielmehr wirkt die Mannschaft so, als müsse sie von Beginn an mit genau dieser Rollenverteilung funktionieren.
Lukas Reichel ist dabei ein eigener Fall. Er ist nach dem AHL-Aus grundsätzlich wieder ein Name über den man sprechen kann, aber seine Vertragssituation macht eine WM-Teilnahme kompliziert. NHL.com schreibt, Reichel sei wegen seiner ungeklärten Vertragssituation nicht dabei. Für diesen Vorbericht reicht die Einordnung: Reichels Vertrag läuft aus beziehungsweise ist nicht geklärt, deshalb ist er für den WM-Start keine realistische Verstärkung.
Bei Nico Sturm ist die Lage anders. Er war zuletzt noch in den Stanley-Cup-Playoffs gebunden und selbst wenn sich das sportlich kurzfristig ändern sollte, wirkt eine schnelle WM-Nachreise eher unwahrscheinlich. Genau deshalb sollte man Sturm nicht als festen Nachrücker einplanen. Für Deutschland ist er ein theoretisches Thema, aber kein Baustein auf dem man den Turnierplan aufbauen kann.
Die Absagenliste bleibt erheblich. Leon Draisaitl, Tim Stützle und JJ Peterka fehlen verletzt oder angeschlagen, dazu kommen weitere Leistungsträger aus den vergangenen Jahren. Für Deutschland bedeutet das: Diese Mannschaft muss weniger über individuelle Überlegenheit kommen, sondern über Struktur, Torhüterleistung, Disziplin und die Fähigkeit in engen Spielen lange im Ergebnis zu bleiben.
Die Rolle von Moritz Seider ist dabei kaum zu überschätzen. Er ist nicht nur der beste Verteidiger des Teams, sondern auch der Spieler der gegen die Toplinien der Gruppe das Spiel beruhigen kann. Philipp Grubauer muss ein Turniergoalie sein, nicht nur ein prominenter Name. Vorne braucht Deutschland verlässliche Beiträge von Spielern wie Dominik Kahun, Frederik Tiffels, Marc Michaelis, Andreas Eder und Alexander Ehl. Wenn das Viertelfinale das Ziel ist, wird der Weg nicht über Spektakel führen, sondern über Effizienz.
Das heißt aber nicht, dass Deutschland gegen die Schweiz oder die USA klein auftreten muss. Bei dieser WM sind viele Kader nicht so stark und geschlossen besetzt wie bei Olympia. Genau deshalb sind diese Spiele eher Prüfsteine als Freilose für den Gegner. Deutschland muss nicht alles gewinnen, aber es darf erwarten konkurrenzfähig zu sein.
Der entscheidende Satz für diese Gruppe lautet deshalb: Das Weiterkommen sollte drin sein, wenn Deutschland die Spiele gewinnt die es gewinnen muss. Die Pflichtpunkte liegen eher gegen Lettland, Österreich, Ungarn und Großbritannien. Gegen Finnland, die Schweiz und die USA geht es um Standortbestimmung, Rhythmus und darum ob Deutschland auf WM-Niveau nicht nur reagiert, sondern eigene Druckphasen setzen kann.
Lettland: Viel Erinnerung, wenig Polster
Lettland bleibt eine der interessantesten Eishockeynationen Europas, weil das Team emotional oft größer wirkt als seine Kaderbreite. Seit der Bronzemedaille 2023 hat Lettland im internationalen Eishockey einen anderen Klang. Doch 2026 ist die Ausgangslage schwierig.
Mehrere wichtige Spieler fehlen oder sind zumindest nicht Teil der verfügbaren Kernformation. In der Vorrecherche wurden unter anderem Elvis Merzļikins, Teodors Bļugers, Roberts Bukarts und Miks Indrašis als problematische Ausfälle beziehungsweise Nichtteilnehmer genannt. Dazu kommt Kaspars Daugaviņš als besonderer Name: Er ist nicht einfach irgendein fehlender Stürmer, sondern war Kapitän des Bronze-Teams von 2023 und hat seine internationale Karriere inzwischen beendet.
Das verändert die Erwartung. Lettland kann in einem Einzelspiel weiterhin unangenehm sein, besonders wenn Torhüterleistung, Blockbereitschaft und Umschaltspiel zusammenkommen. Aber die Tiefe, um über sieben Vorrundenspiele konstant Druck zu machen ist fragiler. In Gruppe A bedeutet das: Gegen Deutschland, Österreich, Ungarn und Großbritannien liegen die entscheidenden Spiele. Gegen USA, Schweiz und Finnland wäre jeder Punkt ein Bonus mit hoher Wirkung.
Für Deutschland ist Lettland deshalb kein angenehmer Gegner. Nicht weil Lettland stärker besetzt wäre, sondern weil Lettland genau jene Turnierhärte besitzt, an der deutsche Mannschaften in engen Spielen arbeiten müssen. Wer gegen Lettland ungeduldig wird, spielt oft in die lettische Logik hinein.
Schweden, Finnland, Tschechien – und die slowakische Variable
Neben Kanada und den USA bleiben Schweden, Finnland und Tschechien die klassischen Turniermächte. Schweden startet in Gruppe B und bekommt sofort Kanada als Prüfstein. Es gibt keinen Grund, diesen Kader kleinzureden: Mit Namen wie Mattias Ekholm, Oliver Ekman-Larsson und Lucas Raymond, dazu jüngeren Spielern wie Anton Frondell, Ivar Stenberg und Viggo Bjorck, wirkt Schweden auch bei dieser WM breit und interessant besetzt.
Gerade Ivar Stenberg sollte man in einer Turniervorschau nicht vergessen. Er steht für ein Schweden das im Mai nicht nur über Routine kommt, sondern auch über Talent, Geschwindigkeit und Perspektive. Finnland wiederum steht in Deutschlands Gruppe und ist als Auftaktgegner besonders unangenehm, weil finnische Teams selten taktisch auseinanderfallen. Auch dort ist die Kaderlage vollkommen solide: Aleksander Barkov, Anton Lundell, Teuvo Teräväinen, Aatu Räty, Joonas Korpisalo, Henri Jokiharju, Olli Määttä, Ville Heinola und Urho Vaakanainen geben Finnland genügend Substanz, um in Gruppe A sofort ein harter Maßstab zu sein.
Bei Tschechien ist die Einordnung etwas anders. Die Mannschaft bringt weiterhin Turnierbewusstsein, offensive Qualität und einzelne prominente Namen mit, aber sie wirkt diesmal nicht so tief besetzt wie in manchen anderen Jahren. Der Kader enthält im Vergleich zu den ganz großen Favoriten weniger NHL-Tiefe; neben Filip Hronek, Matej Blümel oder Jaroslav Chmelar stehen viele Spieler aus europäischen Ligen und der heimischen Extraliga. Das macht Tschechien nicht harmlos, aber es verschiebt den Blick: weniger Starwucht, mehr System, Rollenverteilung und Effizienz.
Die Slowakei ist in Gruppe B die vielleicht offenste Personalgeschichte. Der Kader wirkt ohne Juraj Slafkovský vorerst deutlich anders. Slafkovský ist nicht nur irgendein fehlender NHL-Stürmer, sondern der sichtbarste slowakische Superstar: NHL.com führte ihn im Olympia-Kontext als Headliner der Slowakei, erinnerte an seinen MVP-Lauf als 17-Jähriger in Peking 2022 und beschrieb ihn nach Olympia 2026 und seinem Playoff-Start mit Montreal als Spieler, der auf großer Bühne massiv aufgefallen ist. Solange die Canadiens in den Playoffs gebunden sind, bleibt seine WM-Verfügbarkeit offen. Genau deshalb sollte man die slowakische Lage vorsichtig formulieren - vorerst ohne Slafkovský, aber nicht mit der Illusion, dass alle Kaderfragen schon endgültig beantwortet wären.
Gerade diese Gruppenkonstellation macht die WM reizvoll. Gruppe B hat mit Kanada, Schweden, Tschechien, der Slowakei und Dänemark eine Dichte, die früh zu Punktverlusten der großen Teams führen kann. Gleichzeitig bleibt das Turnier beweglich, weil nach dem Playoff-Aus einzelner NHL-Teams hier und da noch Spieler nachrücken könnten. Gruppe A wirkt in der Spitze prominent besetzt, aber nicht unantastbar. Genau dort liegt die deutsche Chance! Nicht in einer einfachen Gruppe, sondern in einer Gruppe in der die großen Namen Respekt verlangen, aber keine Unbesiegbarkeit ausstrahlen.
Fazit: Diese WM beginnt nicht langsam
Die WM 2026 hat alles, was ein gutes Mai-Turnier braucht: Gastgeberdruck, NHL-Namen, junge Stars, alte Legenden, offene Kadergeschichten und mehrere Teams, die sich nach Olympia neu sortieren müssen. Kanada bringt mit Crosby und Celebrini eine fast symbolische Achse aus Vergangenheit und Zukunft. Die USA bringen den Anspruch eines Weltmeisters, aber keinen unantastbaren Olympia-Kader. Die Schweiz bringt Heimvorteil und eine Generation, die nicht mehr nur „gefährlich“ sein will. Deutschland bringt ein Team, das realistischerweise nicht von Namen lebt, sondern von Ordnung.
Vielleicht ist genau das der richtige Blick auf diese WM! Sie ist kein reines Star-Schaufenster, sondern ein Turnier der Verfügbarkeit. Wer hat nach einer langen Saison noch die richtigen Spieler? Wer bekommt womöglich noch Verstärkung aus den Playoffs und wer muss mit dem arbeiten was schon da ist? Wer hat Rollen statt nur Namen? Wer hält den Druck aus? Und wer nutzt die ersten Tage, um aus einem vorläufigen Eindruck eine echte Turniermannschaft zu machen?
Am Freitag geht es los und schon nach dem ersten Wochenende werden einige Gewissheiten anders aussehen!



