HC Fribourg-Gottéron ist Schweizer Meister 2026!
Der Drache spuckt Gold
Ein historischer Abend in den Bündner Bergen. Nach 88 Jahren Vereinsgeschichte krönt sich der HC Fribourg-Gottéron erstmals zum Schweizer Meister. In einem an Dramatik kaum zu überbietenden Spiel 7 besiegt Fribourg den HC Davos mit 3:2 nach Verlängerung. Es ist der perfekte, tränenreiche Abschied für Clublegende Julien Sprunger.
Die Uhr in der Davoser Eishalle zeigte 65:56 Minuten an, als die Zeit für den HC Fribourg-Gottéron stillstand – und gleichzeitig eine neue Ära begann. Lucas Wallmark fasste sich im Powerplay ein Herz, zog ab und versenkte den Puck im Netz. Was folgte war pure Ekstase. Helme flogen aufs Eis, Handschuhe wurden in die Luft geworfen und auf den Rängen brachen gestandene Männer und Frauen in Tränen aus. Der HC Fribourg-Gottéron, der ewige Zweite, der "Untitelbare" hat es geschafft. Sie sind Schweizer Meister 2026!
Eine Serie für die Ewigkeit
Die Finalserie zwischen dem HC Davos und Fribourg-Gottéron wird als eine der spannendsten in die Geschichte der National League eingehen. Es war ein ständiges Hin und Her, ein Kampf auf Biegen und Brechen der über die volle Distanz von sieben Spielen ging.
Drei der sieben Spiele mussten in der Verlängerung entschieden werden. Bereits in Spiel 6 stand Fribourg mit dem Rücken zur Wand, doch Jeremi Gerber erzwang mit seinem Overtime-Treffer die "Belle" in Davos.
Das entscheidende siebte Spiel war ein Spiegelbild der gesamten Serie. Intensiv, hart umkämpft und von Fehlern geprägt die sofort bestraft wurden. Die tragische Figur auf Seiten der Davoser war Calle Andersson, der in der Verlängerung den Puck über das Plexiglas beförderte und so die entscheidende Strafe kassierte, die Wallmark zum historischen Siegtreffer nutzte.
Der letzte Tanz des “Gottes”
Doch dieser Titel ist mehr als nur ein sportlicher Erfolg. Er ist die Krönung einer beispiellosen Karriere. Julien Sprunger, der 40-jährige Captain, der "Gott" von Fribourg hat sein letztes Spiel bestritten. 24 Jahre lang trug er das Trikot mit dem Drachen auf der Brust, absolvierte 1149 Spiele in der National League und erzielte 810 Skorerpunkte.
Sprunger erlebte mit Gottéron alles. Die Beinahe-Pleite 2006, die bittere Finalniederlage 2013 und nun im Herbst seiner Karriere den ultimativen Triumph. Dass er diesen Titel ausgerechnet in Davos feiern durfte – dort wo er 2002 sein Debüt in der höchsten Spielklasse gab –, ist eine Geschichte die nur der Sport schreiben kann.
"Es war eine aussergewöhnliche Reise. Aber alles Gute hat ein Ende und es ist der richtige Moment um aufzuhören. Ich bin stolz, 24 Jahre lang in diesem Trikot gespielt zu haben." – Julien Sprunger
Die Mannschaft hatte sich geschworen, diesen Titel für ihren Captain zu holen. “Wir müssen gewinnen. Nicht nur für die Fans und die Stadt, sondern auch für Sprunger und Berra”, hiess es aus der Kabine und sie hielten Wort!
Ein Kanton im Ausnahmezustand
Für die Stadt Fribourg und die gesamte Romandie ist dieser Titel von unschätzbarem Wert. Seit 1938 wartete der Club auf diesen Moment. Die treuen Fans, organisiert in Clubs wie den "Black Eagles" oder den "Magic Dragons", haben jahrzehntelang gelitten, gehofft und gebangt. Nun dürfen sie endlich feiern.
Der Erfolg ist auch ein Verdienst von Trainer Roger Rönnberg, der in seiner ersten Saison eine neue Mentalität in die Mannschaft brachte. Er formte ein Team, das Ausfälle von Schlüsselspielern wie Andrea Glauser kompensieren konnte und durch unbändigen Willen und Teamgeist bestach. Nicht zuletzt war es der 39-jährige Reto Berra im Tor, der wie eine Wand stand und in den Playoffs über sich hinauswuchs.
Der Drache hat endlich Gold gespuckt. Der HC Fribourg-Gottéron ist Schweizer Meister. Julien Sprunger kann als Legende, als Champion in den wohlverdienten Ruhestand treten. Ein perfekteres Drehbuch hätte man für diesen Abend nicht schreiben können.




