Serge Aubin als neuer Trainer beim SC Bern?
Der Bandengeneral soll zurückkehren
Ein möglicher Paukenschlag im Schweizer Eishockey! Laut übereinstimmenden Berichten soll Serge Aubin, frischgebackener Meistertrainer der Eisbären Berlin (Saison 2025/26) ab der kommenden Spielzeit das Ruder beim SC Bern übernehmen. Offiziell bestätigt ist noch nichts – doch die Zeichen verdichten sich. Eine Einordnung.
Noch ist es kein offizielles Communiqué, noch keine Pressekonferenz und doch kursiert die Meldung mit einer Überzeugungskraft, die kaum Raum für Zweifel lässt - Serge Aubin soll neuer Cheftrainer des SC Bern werden. Klaus Zaugg, einer der renommiertesten Eishockey-Journalisten der Schweiz berichtet auf watson.ch unter Berufung auf "besonders zuverlässige Gewährsleute", dass der 51-jährige Kanadier zur Saison 2026/2027 von Berlin nach Bern wechseln wird. Amtlich ist das freilich noch nicht – aber im Eishockey-Geschäft gilt: Wenn Zaugg schreibt, stimmt es meistens.
Von der Spree an die Aare: Ein Wechsel mit Ansage?
Dass Aubin die Eisbären trotz eines bis 2028 laufenden Vertrages verlassen soll, mag auf den ersten Blick überraschen. Doch die Gerüchte um ein Interesse des SC Bern hielten sich schon länger hartnäckig. Die Versuchung einen der grössten und traditionsreichsten Clubs Europas zu übernehmen, scheint offenbar zu gross zu sein – und der Zeitpunkt wäre kaum besser gewählt. Aubin krönte seine Zeit in der deutschen Hauptstadt soeben mit dem Meistertitel der Saison 2025/26, seinem insgesamt fünften Titel mit den Eisbären.
Für den SC Bern wäre diese Verpflichtung ein starkes Signal. Nach einer turbulenten Saison 2024/2025, die von einem "kümmerlichen Saisonstart" der Entlassung von Jussi Tapola und einer von der Berner Zeitung diagnostizierten "Dauerkrise" geprägt war, sehnt sich das Umfeld nach Stabilität und einer klaren Handschrift. Heinz Ehlers hatte das Team zwar interimistisch stabilisiert, doch für den langfristigen Neuaufbau braucht Sportdirektor Martin Plüss einen Mann mit Titelgarantie im Lebenslauf.
Aubins Philosophie: Tempo, Struktur und Familie
Was für ein Eishockey würden die Fans in der PostFinance-Arena erwarten dürfen? In Berlin etablierte Aubin ein modernes, schnelles und strukturiertes Spielsystem. Seine Mannschaften zeichnen sich durch hohes Tempo, enorme Laufbereitschaft und ein bissiges Forechecking aus – ein Eishockey das zur Identität des SC Bern passen könnte.
“Ich bin Trainer, aber in erster Linie ein Freund.” – Serge Aubin über seine Trainerphilosophie
Aubin gilt als exzellenter Kommunikator und “Bandengeneral”, der es versteht eine Mannschaft zu einer verschworenen Einheit zu formen. Er legt grossen Wert auf Disziplin und eine starke Leistungskultur, weiss aber auch wie man individuell auf Spieler eingeht und junge Talente entwickelt. Stéphane Richer, ehemaliger Sportdirektor der Eisbären bezeichnete ihn einst als den “besten Trainer in Europa”, der immer wisse, “welche Knöpfe er drücken muss”.
Die Schweizer Vergangenheit: Eine offene Rechnung
Für Aubin wäre die Schweiz kein Neuland. In der Saison 2018/2019 stand er bereits bei den ZSC Lions an der Bande. Sein Engagement in Zürich endete jedoch abrupt im Januar 2019, als er entlassen wurde um Platz für Arno Del Curto zu machen – eine Entscheidung, die rückblickend wohl eher der Strahlkraft Del Curtos als der sportlichen Leistung Aubins geschuldet war.
Nun soll er zurückkehren, gereift und mit der Aura eines Serienmeisters. Die Aufgabe beim SC Bern wäre jedoch ungleich schwerer als in Berlin. Der Club lechzt nach dem ersten Meistertitel seit 2019. Die Erwartungen der treuen, aber auch anspruchsvollen "Szene Bern" sind immens – und sie dulden keine halben Sachen.
Fazit: Viel Potenzial – aber noch kein Stempel
Sollte sich die Meldung bewahrheiten, holt der SC Bern einen Trainer der bewiesen hat, dass er Mannschaften formen und Titel gewinnen kann. Seine Spielphilosophie verspricht attraktives Eishockey, seine Persönlichkeit lässt auf eine neue, positive Leistungskultur hoffen. Doch bis zur offiziellen Bestätigung gilt: Es ist eine sehr gut gesicherte Vorinformation – kein Vertrag, kein Handschlag, kein Foto vor dem SCB-Logo. Die Eishockeywelt wartet gespannt.



